Hiob ist hip

Da sind wir der Apokalypse noch mal von der Schippe gesprungen.

Die Unionen haben diese Woche einen epochalen Wurf aus dem Koalitionsgranit geschlagen, zu dem Angela Merkel und Horst Seehofer inzwischen erstarrt sind. Hätten sie das nicht gepackt, wie rasant wäre das Land in eben den Abgrund gestürzt, in den Bettina “für uns vor Ort” Schausten uns während jeder Schalte ein Stückchen tiefer blicken ließ. Wir haben verstanden, die Sicherung der deutschen Außengrenze ist eine Herausforderung biblischen Ausmaßes. Sage und schreibe 5 oder 50 Menschen am Tag (je nach Rechnung) wollte Heimat-Hotte am Schlagbaum die rote Kelle zeigen.

Machen wir uns nichts vor. Der so benamte Asylstreit hat mit Zahlen ohnehin nichts zu tun. Er ist Zeitgeist. “Wir schaffen das” ist so 2015. Jetzt sprengen wir den ganzen Bumms lieber in die Luft, anstatt auch nur einen weiteren waschlappigen Kompromiss zu machen. Hiob ist wieder hip.

Aber wer sagt eigentlich, dass der Weltuntergang etwas schlechtes ist? Alle Steuererklärungen sind vernichtet. Keine Karriere kann mehr knicken. Das macht das bisschen Leben, das uns noch bleibt, doch gleich viel lässiger.

Darum geht’s diesmal: Katzen auf der Schulter, Drogen in der Bundespolitik, Umvolkung-Volker, eine wilde Insel, Schneeflocken

Darum geht’s nicht: Mesut Özils Vater, Jogi Löws Mudda  Weiterlesen →