Radikale Restanständige

Knapp war das. Mein Wochenprojekt (Codename: Magenta ist das neue Schwarz) konnte erst kurz vor Drucklegung dieser Eskapade abgeschlossen werden. Zweimal waren Magenta-Männer da, dann blieb auch der Bildschirm nicht mehr schwarz. Ich setzte Geräte zurück und meine soziale Stellung aufs Spiel. Denn statt im Leben fand ich Freunde und Hilfe in Foren. Jetzt kann ich nachvollziehen, wie Menschen “im Netz” ins Radikale abrutschen. Ich wollte keine 72 Jungfrauen. Doch für 50 MBit hätte auch ich alles getan. Wirklich alles.

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Die Eingeborenen von Vierzonesien

Die Sommerpause ist vorbei. Leser Dirk fragte mich der Tage, warum “Die Eskapade” überhaupt meinte, sich eine solche Pause leisten zu können. Und ich ahnte, den Nachsatz zu hören: Wo sie doch erst so jung ist, und deshalb twentyfourseven neue Abonnenten zu finden und die alten bei Laune zu halten hat. Da hat Dirk natürlich recht. Andererseits ist der Sommer für den Eskapisten was dem Karnevalisten die fünfte Jahreszeit. Und schließlich machen alle Großen eine Sommerpause. Die Piemont-Kirsche zum Beispiel.

Darum geht’s diesmal: Jan Ullrich, Kevin Spacey, Sex auf dem Balkon, Pöbel-Polizisten, die neue Nationalhymne

Darum geht’s nicht: den Bundesliga-Start, den nächsten Tatort im Kurz-Check, den langen Absturz von Sabine Lisicki Weiterlesen →

Wer schreibt, kann nicht saufen

Ich habe gestern den schönsten Satz gelernt: “Wenn man schreibt, dann kann man nicht saufen.” Das landläufige Klischee geht ja in genau die andere Richtung. Auch ich habe im Laufe meines Journalisten-Lebens so manchen kennengelernt, der dem Motto oben mit dem Inhalt seiner Schreibtischschublade entgegentrat. Zum Kreativsein und zu dem, was das Nicht-Saufen damit zu tun haben könnte, später mehr. Nur fürs Protokoll: Ich schreibe das hier nicht, um mich vom Mariacron abzulenken!

Darum geht’s diesmal: eine sogenannte Plattform, Epiphanie, Ritter, Yung Hurn, wenig Geld und viel Spaß, einen Wal und France Gall

Darum geht’s nicht: wie Theresa May versucht hat, die Sommerpause vorzuverlegen, weil jeden Tag eine neue Schicksalsabstimmung auf Dauer ermüdet, ob “Morgen ist auch noch ein Tag” die richtige Devise für Gerichte ist, die einer Ausländerbehörde ihre Asylentscheidung mitteilen wollen  Weiterlesen →

Never gonna teen spirit

Es ist diese zauberhafte Zeit im Jahr. Die Stadt reißt die Straßen auf, weil darauf so wenig los ist, und Deine Mutter schickt per WhatsApp: “Die Ersten haben schon runtergesetzt!” Dann weißt Du, es ist Sommer.

> Darum geht’s diesmal: billig Sonne, Nörgel-Nigge, Ich-Form, einen Aussteiger, einen Motherfucker, Emmys und Wasserballkappen > Darum geht’s nicht: ob die “Zeit” und Miriam Lau von allen guten Geistern verlassen sind, ob man bei der Rettung von Thailändern mitfiebern darf, wer meine digitalen Daten erbt, dass Beate Zschäpe U2 hört  Weiterlesen →

Hiob ist hip

Da sind wir der Apokalypse noch mal von der Schippe gesprungen.

Die Unionen haben diese Woche einen epochalen Wurf aus dem Koalitionsgranit geschlagen, zu dem Angela Merkel und Horst Seehofer inzwischen erstarrt sind. Hätten sie das nicht gepackt, wie rasant wäre das Land in eben den Abgrund gestürzt, in den Bettina “für uns vor Ort” Schausten uns während jeder Schalte ein Stückchen tiefer blicken ließ. Wir haben verstanden, die Sicherung der deutschen Außengrenze ist eine Herausforderung biblischen Ausmaßes. Sage und schreibe 5 oder 50 Menschen am Tag (je nach Rechnung) wollte Heimat-Hotte am Schlagbaum die rote Kelle zeigen.

Machen wir uns nichts vor. Der so benamte Asylstreit hat mit Zahlen ohnehin nichts zu tun. Er ist Zeitgeist. “Wir schaffen das“ ist so 2015. Jetzt sprengen wir den ganzen Bumms lieber in die Luft, anstatt auch nur einen weiteren waschlappigen Kompromiss zu machen. Hiob ist wieder hip.

Aber wer sagt eigentlich, dass der Weltuntergang etwas schlechtes ist? Alle Steuererklärungen sind vernichtet. Keine Karriere kann mehr knicken. Das macht das bisschen Leben, das uns noch bleibt, doch gleich viel lässiger.

Darum geht’s diesmal: Katzen auf der Schulter, Drogen in der Bundespolitik, Umvolkung-Volker, eine wilde Insel, Schneeflocken

Darum geht’s nicht: Mesut Özils Vater, Jogi Löws Mudda  Weiterlesen →

Was muss denn weg?

Kann es eine traurigere Woche geben? So lange mitgelitten, so lange gehofft. Und jetzt steht fest … der Lenné-Snack in Bonn gibt auf. Adrian „Addi“ Plonka geht im Oktober in Rente. Schluss mit Schnitzel Bernaise, kein „Was darf’s sein?“ – „Was muss denn weg?“ mehr. Am Samstag saß ich noch da! Auf mein stets knappes Budget zu Studentenzeiten geht in Addis künftiger Rentner-Finca mindestens ein goldener Wasserhahn zurück. Ich stell mir vor, es stünde mein Name drauf.

Schon gut. Es gab auch andere Themen diese Woche. Bitte sehr.

Darum geht’s diesmal: Facebook, Eric Clapton, Manchurian Donald, die Weiße Rose, Infrarotkameras, Deutschland war voraussichtlich Weltmeister, German Sparkle Party

Darum geht’s nicht: Merkel, Söder, Seehofer, Harley Davidson, Google Pay, ProSiebens Netflix-Killer  Weiterlesen →

Bleib mal locker, Horst

Das ist die fünfte „Eskapade“. Das heißt, das Probieren hat ein Ende, und wir laufen vom Stapel. Mir macht’s Spaß, und die Rückmeldungen sagen, mancher liest den Newsletter, und mancher mag ihn sogar. Aber viel wichtiger: Offenbar habe ich es verstanden, den moralisierend-erzieherischen Charakter des Newsletters rüberzubringen. Leser Andreas fragte zum Beispiel: „Du samma, kann man bei dir auch anschreiben lassen?“ Andreas, my team will follow up with you!

Ich sag wie’s ist: „Die Eskapade“ ist frei von Zweck (wenn man davon absieht, dass ich gerne Briefe schreibe). Trotzdem freue ich mich über jeden neuen Leser. Also leite den Newsletter doch weiter, wenn Dir gefällt, was Du siehst. Jeder, der das mindestens dreimal macht, bekommt die nächste „Eskapade“ als superanaloge Früherwarallesbesserversion nach Hause. Der Text handgeschrieben, die Bildchen rausgerissen aus Muttis Frauenzeitschrift, UHU, Glitzerstift, das ganz große „Kunst und Gestalten“-Besteck.

Darum geht’s diesmal: Schweden, Musik aus Schweden, Mesut Özil, Tanzfilme, einen Rosenkrieg, Steinzeitmenschen mit Rücken

Darum geht’s nicht: Donald Trump, Melanias Jacke, Abba, was ehemaligen Viva-Moderatoren heute machen  Weiterlesen →

Che bel fior!

Den Newsletter in seinem Lauf, halten weder Ochs noch Esel auf. Die zwei Tage Verzögerung, Genossen, sind Teil des Plans. „Die Eskapade“ erscheint heute an dem Tag der Woche, an dem wir Werktätigen uns der geistigen Erbauung widmen. Ist dieser Tag besser gewählt? Mit Ausgabe 6 werden wir auf die Straße treten und uns als Alternative zu bourgeoisen Insta-Stories und dekandenten dm-Hauls empfehlen. In der Zeit bis dahin sind wir besonders auf Deine Kritik angewiesen. Bezichtigungen gegen die Schriftleitung nimmt Dein örtlicher Newslettersekretär gerne entgegen.  Weiterlesen →

Ich clack Dich

Nach dem letzten Newsletter bekam ich zu hören: „Wie, nur Text? Und kaum Bilder?“ Also gut, diesmal ganz ohne „Rumgehühner“ (Ex-Chef zu mir). Dafür knackig, knapp und kakophonisch: Ausgabe drei von „Die Eskapade“.  Weiterlesen →

Reconquista gute Laune!

Das ist die zweite Ausgabe von “Die Eskapade”. Wer das liest, ist nicht doof, sondern hat sich bereit erklärt, Testleser zu sein. Also die meisten haben das (‘Tschuldigung, Mama). Der erste Newsletter war dazu da, die Maschine zum Laufen zu bringen, der Text war im Grunde Füllmaterial. Die Mail sollte bei Dir im Postfach landen, aber ich nicht im Knast wegen der DSGVO. Beides hat geklappt.

Jetzt wird der Inhalt probiert. Denn fest steht bisher nur: “Die Eskapade” soll nicht noch mal durchkauen, was Tagesschau, Böhmermann und Gauland eh schon durchgekaut haben. Denn: Das haben die ja eh schon durchgekaut. Mit der “Eskapade” hauen ihr und ich ab aus dem Eh-da – deshalb heißt sie ja auch so. Fakenews und Hasstrolle bleiben draußen. Aber hier wird nicht empört über’s doofe Internet, sondern: Reconquista gute Laune!

Das klingt ja nett, Andreas. Aber was heißt das genau? – Ich hab doch auch keine Ahnung! Ideen hab ich. Die werde ich in den nächsten vier Ausgaben ausprobieren. Ihr müsst nichts weiter tun. Wenn ihr mir aber sagt, was ihr gut fandet und was nicht, freue ich mich sehr. Eine Nachricht wäre mein größtes Glück. Aber eine Abstimmung per Daumen am Ende des Newsletters hilft mir auch schon sehr.

Genug gequatscht. Los geht’s.  Weiterlesen →